Unser vierbeiniger Familienzuwachs

Wer uns in den sozialen Medien folgt, hat sie mit Sicherheit schon ein paar Mal gesehen. Nun ist es schon ein ganzes Jahr her, dass die beiden bei uns einzogen sind und unser Leben bereichert haben. Zu ihrem 1. Geburtstag in Freiheit und vor allem Sicherheit möchten wir hier die ganze, schöne Geschichte der beiden erzählen.

Kurz gefasst könnte man sagen, es waren einmal zwei Bretonen, die durch eine spontane Entscheidung aus Frankreich zu uns kamen und die wir nicht wieder gehen ließen. Wen die Langfassung interessiert, der darf nun gerne weiterlesen:

Ein knappes Jahr nach dem Tod unserer geliebten kleinen Rauhaardackeldame herrschte nach einiger Zeit der Trauer immer mehr das Gefühl vor, wieder einen lieben Vierbeiner um sich zu brauchen. Nach über 14 Jahren, die wir mit unserem Dackel verbringen durften, war natürlich klar, dass auch der nächste Hund wieder ein Dackelmädchen werden musste. Aber Pläne sind ja nun mal da, um sie wieder über den Haufen zu werfen und so kam alles, wie es kommen musste.

Durch eine liebe Freundin erfuhren wir von einer Organisation, die sich im Speziellen für die Rettung von Bretonen aus dem Ausland, hauptsächlich Frankreich, einsetzt. Sie selbst hatte dort bereits zwei Hunde aus Tötungsstationen gerettet.

Das Prinzip ist ganz einfach: man bietet den Hunden erst einmal eine Pflegestelle - auf diese Weise sind die Hunde in jedem Fall vor dem sicheren Tod gerettet. Danach werden sie in Ruhe an andere Familien in Deutschland weitervermittelt - oder aber, bleiben in ihren eigentlich als Pflegefamilien vorgesehenen Familien für immer.

Louna in Bethune

Louna in Bethune

Und so kam es, dass wir -ohne konkrete Absicht- eines Abends die Website der Organisation durchblätterten und uns plötzlich dieses ca. 4-jährige Hundemädchen anschaute: Traurig, ängstlich, hoffnungslos - und doch so süß und voller Liebe.

Schnell war es um Carolin geschehen und Louna hatte ihre Zusage auf eine Pflegestelle und war aus dem traurigen, tristen Ort Bethune gerettet.


Der Rest der Familie war zunächst ein wenig skeptischer. Ironischerweise verflog jeder Zweifel, als sie diesen jungen Mann sahen - Fixx, ein ca. 8-jähriger Bretone saß in einem Shelter in Südfrankreich, faktisch auch nur mit der Aussicht auf ein mehr oder weniger unschönes Ende dort.

“Den kann man doch nicht sterben lassen, Maximilian, du wolltest doch ohnehin endlich einen eigenen (Jagd-) Hund”, hieß es.

Fixx im Shelter

Fixx im Shelter

Fixx

Fixx

Fixx

Fixx

In wenigen Momenten stand also fest, dass wir für beide Hunde die Pflegestellen und sie damit gerettet werden.


Aus organisatorischen Gründen wurde Felix, wie er von nun an heißen sollte, zuerst nach Deutschland geholt. Ein Tierschützer aus Südfrankreich brachte ein Auto voll geretteter Tiere nach Deutschland - Felix wurde bis Ulm gebracht, dort holten wir ihn ab. Lammfromm saß er mit Carolin im Fond des Autos, nach ein paar Runden durch den Schnee und einer Dusche kuschelte er sich zuhause einfach in sein Bett. Erschöpft von einer langen Autofahrt war er ruhig und zurückhaltend und wusste vermutlich noch nicht ganz, was gerade passierte.

auf dem Weg nach Kronburg

auf dem Weg nach Kronburg

erste Runde durch den Schlosshof

erste Runde durch den Schlosshof

zur Ruhe kommen

zur Ruhe kommen


Genau eine Woche später nach allen notwendigen Untersuchungen und Impfungen konnte auch Louna, von jetzt an Luna, endlich ausreisen. Es war allerhöchste Zeit - zwischenzeitlich war es bitter kalt geworden, 1 qm Zwinger Innenbereich, 1 qm Zwinger im Außenbereich, blanker Beton, zweistellige Minusgrade in Nordfrankreich, sie zu dünn und viel zu wenig Fell.

gespannte Autofahrt

Wir waren froh, als es endlich soweit war - über eine Fahrerkette kam Sie bis in die Nähe von Heidelberg - dort nahmen wir sie abends in Empfang. Schon dort sprang sie aufgedreht durchs Auto. Zuhause angekommen fetzte sie - nach einem Bad - wie eine Verrückte durch den Schlosshof und ins Schloss auf ihre Decke. In Erwartung einer turbulenten Nacht räumten wir die Küche faktisch leer, um dann selbst erschöpft auf dem Sofa einzuschlafen. Wider Erwarten schlief auch sie die ganze Nacht friedlich durch. Vielleicht merkte sie schon in diesem Moment, dass das Schlimmste nun überstanden war und nun bessere Zeiten begonnen hatten.

entspannte erste Nacht


Luna am nächsten Morgen in ihrem neuen Zuhause bei Carolin:

Wir würden sagen, ein Bild sagt mehr als 1000 Worte - als würde hier ein anderer Hund liegen, und das nach einer einzigen Nacht im neuen Zuhause.

Luna nach einer Nacht bei uns

Wir erinnern uns:

Louna vorher


Nach und nach taute Felix auf, ging auch schon mal selbst im Ort spazieren, wenn man ihn eine Sekunde lang aus den Augen ließ. Es war aber deutlich zu sehen, dass Felix in seiner Vergangenheit die schlimmeren Erfahrungen gemacht hatte - schnelle Bewegung, zufallende Türen, Handschuhe und Wasser waren zu Beginn die größten Schreckmomente. Dies legte sich mit der Zeit. Heute freut er sich am meisten auf lange Gassi- oder Waldtouren mit Maximilian.

Luna dagegen wurde immer ruhiger, anhänglicher, folgte Carolin auf Schritt und Tritt, nahm etwas zu und auch das Fell wuchs deutlich besser. Wasser schien auch bei ihr keine guten Erinnerungen hervorzurufen, im Gegensatz zu Felix hatte sie in ihrer Vergangenheit jedoch vielleicht weniger schlimme Erfahrungen machen müssen.

Woher die beiden kommen, was sie erlebt oder mitgemacht haben und warum sie überhaupt in den Sheltern bzw. Tötungsstationen gelandet sind, weiß keiner. Vielleicht möchten wir es aber gar nicht (mehr) wissen und freuen uns einfach über diesen bereichernden Familienzuwachs.

Beide sind charakterlich sehr verschieden, waren aber von Beginn an brave und liebevolle Hunde und es war ganz klar, dass wir diese Bereicherung nicht wieder hergegeben würden. Nun feiern die beiden hier Ihren 1. Geburtstag mit uns.

Posted on March 16, 2019 .